Kulturgeraune 2022


EINE HANDVOLL MENSCHEN ... ETWAS, DAS DEM GLÜCK ÄHNELT


So der Titel des Stückes übersetzt, das im Rahmen des Blickwechsel- Festivals des Puppentheaters am 25.06.2022 im Moritzhof, genauer gesagt in deren Scheune aufgeführt wurde.
Hitze draußen und noch größere drinnen. Sommer eben.
Die Bühne, eine Art Bahnhof, in dem die Zuschauer*innen (sprich Mitfahrer*innen) mit Nummern versehen, sich ihre Sitzplätze aus einem großen Stapel Stühle suchen mussten.
Man kam ins Gespräch mit fremden Menschen - Ziel der ständigen Umgestaltung der Bühne. Gespräche, Menschen sehen, Menschen erkennen, am absurden Theater vielleicht Freude haben (so richtig kam sie bei mir nicht auf, aber, jeder empfindet anders??)
Den Sinn oder Unsinn des Ganzen musste man wohl nicht (nur sprachlich) nicht verstehen...
Entzückend das Ende!
Eine große Platte mit verschiedenen Aufenthaltsmöglichkeiten zur Wahl, wurde von der Decke heruntergelassen. Die Ausgangssituation der Reise, des Beginns, fand sich in der Mitte wieder und jeder hatte die Möglichkeit, sich seine Lieblingsplatz zu wählen ... oder zwei.
Die Show endete mit einem kalten Cidre, wohltuend in der stickigen Luft der Scheune.
Ein gelungener Abend? Na ja...
Hanka Liebl

Telemann Sommerfest im Klosterbergegarten

Wer ein wirklich niveauvolles Fest planen will, sollte sich mit dem Zentrum für Telemannpflege in Verbindung setzen.
Hier stimmte wirklich alles!
Der schöne Garten war mit langen Tafeln bestückt, natürlich mit weißen Tischtüchern bedeckt, auf denen geschmackvolle Blumen- und Obstarrangements standen.
Altertümliche Spiele luden zur Beschäftigung ein, man konnte Barockmusik lauschen oder sich ein entsprechendes Kostüm ausleihen und damit durch den Park wandeln.
Im wunderbaren Gesellschaftshaus fanden Führung statt oder man nahm an einem Tanzkurs im kleinen Saal statt.
Der Maestro war sehr eloquent und weit gereist, was er uns immer wieder wissen ließ - ein wenig wurde auch getanzt ...   ;-)
Mit ein bisschen Fingerfertigkeit konnte man sich Blumenschmuck aus echten Blüten basteln.
Auf Wunsch wurden auch entsprechende Frisuren gerichtet....
Für das leibliche Wohl war selbstverständlich ebenfalls gesorgt!
Es war so schön, dass man eigentlich gar nicht wieder gehen wollte....


Simone


Fête de la musique

"Zieh was Leichtes an und programmier dein Herz auf Sommer - steck den Regenbogen ein, komm wir gehen in die Stadt...."
Die längste Nacht des Jahres musste gefeiert werden.
Wie schön, dass an allen Ecken Musik aufspielte und die Leute sich auch aufgerafft haben, diese zu besuchen.
So geht Sommer, mehr davon!

Simone


HEINZ - der Kunstmarkt in Buckau

Im Engpass sammelten sich bei hochsommerlichen Temperaturen Kunst- und Wunstschaffende.
Es gab Futter für Augen, Ohren und den Bauch.
Immer wieder gern.

 

Simone



Früh übt sich - Theaterballettschule MD im Opernhaus

Die Theaterballettschule unter ihrer Leiterin Annett Herwig ist für höchste Ansprüche bekannt.
Dem gerecht zu werden - trotz der widrigen Umstände von Lockdown, finanziellen Unsicherheiten und beengten Räumlichkeiten - war ausgesprochen schwierig.
Umso zauberhafter das Ergebnis!
Vor vollen Rängen zeigten die unterschiedlichen Gruppen ihr Können und lösten Begeisterung aus.
Hier stimmte tatsächlich alles!
Von den Choreographien, über Bühnen, Kostüme und Zeitmanagement. Nicht ein einziges Mal hatte man das Gefühl, dass sich irgendetwas in die Länge zog. Im Gegenteil! Die Aufführung war viel zu schnell vorbei!
Das Schönste an diesem wunderbaren Nachmittag war allerdings die Tanzfreude und Fröhlichkeit, die alle Beteiligten ausstrahlten.
So ging man selbst beschwingt und froh zurück in den Alltag.
Dank und Respekt!

 

Simone Weber-Niemeck


Ärztekonzert Hannover

" Der Himmel ist blau...."
So klang es in den tatsächlich blauen Himmel, als die Ärzte den Tour Auftakt in Hannover begannen.
Was für ein Fest!
Eltern, die ihre Kinder richtig erzogen haben, pilgerten gemeinsam mit ihnen auf das Arena Gelände. Von ganz jung bis ganz alt- so viele Menschen hatten auf diesen Tag gewartet.
Viele lieb gewonnene Titel, Neues und Bearbeitetes klang von der Bühne.
Die lange Abstinenz machte sich aber bemerkbar. Mal ein falscher Klang, ein zu später Einsatz etc. Es wurde sympathisch weggelacht und die Fangemeinde war sowieso bezaubert.

Die schäbige Tonqualität hätte allerdings heute nicht mehr sein müssen!

Als Vorband die Antilopen Gang war natürlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Und als dann vor den Zugaben der "Mediziner" Danger Dan sein Solo " Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" am Klavier brachte, tobte die Menge.
Zum Abschluss gab es den wichtigsten Song, leider immer noch aktuell - "Schrei nach Liebe".
25.000 tolle Menschen feierten eine grandiose Party bis in die Nacht ...

 

Simone


Petra Kistner-Knobbe und Uwe Sommer in der Schlossküche

 

Lyrik an die Frau /den Mann zu bringen, ist ein schwieriges Unterfangen.
Wenn man das Ganze mit exzellent gemachter Musik verbindet, wird ein unterhaltsamer Abend daraus.
Klaus Vogler, immer neugierig auf unterschiedlichste Konzepte, hatte für diese besondere Lesung in seine Schlossküche eingeladen.
PKK findet für die Befindlichkeiten unserer Generation die passenden sprachlichen Bilder.
Auch zwischen den Gedichten unterhielt sie mit Eloquenz.
Kongenial der Musiker Uwe Sommer. Von lateinamerikanischen Rhythmen zur Dreigroschenoper, über Jazz und Swing bis hin zu Bach.
Alles in höchster Qualität und großer Spielfreude.
Merken!

 

Simone


Alin Coen Konzert  - Moritzhof Magdeburg

 

Zwei Jahre stand sie nicht auf einer Bühne und sie hat sich in dieser Zeit nicht nur äußerlich (von der mädchenhaften langhaarigen Künstlerin, zu einer androgynen, sehr schmalen, betont burschikosen Interpretin) sehr verändert ...

Was für ein Chaos auf der Bühne!
Magdeburg war freundlich und sah ihr anfänglich die Probleme nach.
Dass sich das allerdings durch den Abend zog, war wenig professionell.
Text vergessen, falsche Noten, die Gitarre nicht eingestöpselt, das Plektrum nicht gefunden - am Klavier begonnen Geschichten zu erzählen, deren Ende irgendwie nicht schlüssig war etc.
Bei allem Verständnis, vielleicht hätte sie doch noch ein paar Monate für sich und ihr Baby gebraucht, bevor sie sich dem Tour-Stress aussetzt.
Sie hat keinen guten Job gemacht, Improvisation ist toll, ohne Professionalität er schade.

 

Simone


Solo Sunny im Schauspielhaus Magdeburg

Das waren große Fußstapfen!
Unvergesslich der Film mit Renate Krößner und der allbekannten Gunther Fischer Musik: unsere Zeit, unsere Träume, unsere Realität.
Schon beim Betreten des Raumes - alles gut. Die Kulisse, ein Ost-Mehrzwecksaal mit typisch bräunlich-grüner Farbgebung, nur echt mit Kantinenausgabe und Bühne! Viel Plaste und Elaste aus Schkopau.
Auftritt der Protagonisten - und wir sind wieder in unserer Zeit. Frisuren, Klamotten, Schminke - alles original. Carmen Steinert verkörpert Sunny mit all ihren Facetten. Auch die anderen Rollen sind perfekt besetzt und  werden liebevoll ausgespielt. So begeistert unsere Kammerschauspielerin Iris Albrecht als treppenwischende, denunziante Nachbarin (Zitat des Abends: unter den Chauffeur zu kommen, ist schlimmer, als unters Auto) oder als tanzender "Kessler Zwilling".

Die Kulissen werden ideenreich und variabel ins Spiel integriert. Mit ein paar Handgriffen mutieren sie vom Treppenhaus einer Berliner Mietskaserne zu einem Bett in einer abgewrackten Altbauwohnung, vom Tanzsaal auf dem platten Lande zu einem Berliner Nobel-Restaurant. 

Und wie großartig, dass wir ein so musikalisches Ensemble haben! Live Musik vom Feinsten, natürlich auch die original Vorgaben. 
Die Musik trägt über Generationen! Als Zugabe von Manfred Krug: "Im wunderschönen Monat Mai" - da hält es die Leute nicht mehr auf den Sitzen!
Vor allem auch die vielen Jungen, die sicher nur die Hälfte des Stückes nachvollziehen können (ohne Vorbereitung), sind restlos begeistert.
Das kann Theater!

 

Simone


Niemals satt - Lesung Monchi FSF

So viele Kilo, so viel Energie!
Man kennt Monchi als Urgewalt.
"Mehr im Bus, als zu Haus"!
Immer mit dem Finger in der Wunde, der sich nicht scheut, auch nach Syrien zu fahren, um vor Ort zu helfen ...
Der beschimpft, angegriffen und gefeiert wird. Und nun seinen größten Kampf in Angriff genommen hat.
Nach immer mehr Problemen wegen seines Gewichtes hat Monchi 65! Kilogramm abgenommen.
Darüber, wie ihm das gelungen ist, aber auch, warum es so weit kam, berichtet er in seinem Buch.
Und natürlich wird die Lesung ein Fest.
Da wird gesungen, sich umgezogen, halbnackt in die Wanne gestiegen und berührende Fotos und Interviews gezeigt. Und natürlich badet Monchi auch in der Menge, ist nahbar, verlässt die Bühne ...

Und wie immer wird gespendet! Diesmal für einen Rollerbladeparcour in seiner Heimat Jarmen. 20 Euro mehr als in Hannover kommen zusammen ;-)
Für die Gäste hat er unter den Stühlen Süßigkeiten versteckt, sein Suchtmittel, von dem er noch immer nicht los gekommen ist, was ich persönlich so gut nachvollziehen kann.....
So naschen wir gemeinsam und erleben einen wundervollen Abend.

 

Simone


DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT

Fassbinder geht immer und mit Iris Albrecht - die Hanna Schygulla des Theaters Magdeburgs ;-)-  war ein eindrucksvoller Abend zu erwarten.
Die erfolgsverwöhnte Petra, hart zu anderen und zu sich selbst, findet ihr Armageddon....
Iris Albrecht spielt eindrucksvoll die Herrschende von Kant, zum Ende hin hätte ich mir doch ein wenig mehr Zerrissenheit und Verzweiflung gewünscht, trotz Jammern und Flehen erscheint die Protagonisten noch immer als stark.
Kleiner inszenatorische Kniff, die rechte Hand der Künstlerin Marlene - Mädchen für alles und in tiefer Ergebenheit - spricht nicht ein Wort!

Antonia Labs drückt nur mit Körperhaltung, Mimik und Gestik ihre Befindlichkeiten aus, was ihr super gelingt.....

Herrlich Susi Wirth als Mutter.

 

Simone

 

 


AIDA - Oper Prag

Es gibt sie also noch die üppigen Kostüme!
Die tschechische Hauptstadt hatte ganz auf Klassik gesetzt.
Stimmlich etwas schwach für so ein großes Haus, wurde man entschädigt durch das herrliche Ambiente und die Freude und Akklamationsbereitschaft des Publikums.

 

Simone


Und jetzt die Welt

Sibylle Bergs hoch aktuelles Stück zeigt auf brutale Weise das Leben einer Generation.
In der Schule noch als Mädchengang Angst und Schrecken verbreitend, haben die jungen Frauen sich nun in ihre kleine Welt zurückgezogen. Trotz guter Ausbildungen und großer Hoffnungen finden Sie nicht wirklich ihren Platz in der Gesellschaft. Das Zurückziehen in sich selbst wird schon in der kleinen WG zur Herausforderung.
Sehr beeindruckendes Spiel der Protagonistinnen auf einer zurückgenommenen Bühne, was das Agieren noch eindrücklicher machte.
Großartig - Marie Scharf als Gast!

 

Simone


Das Leben - ein Fest - Ballett Theater Magdeburg

Was für ein emotionaler Abend!
Der Abschied des Ballettdirektors und damit auch der Company war von Wehmut begleitet.
Aber Gonzales Galguera ließ es sich nicht nehmen, noch einmal das Können seiner Tänzer*innen zu demonstrieren und Revue passieren zu lassen.
Im ersten Teil zu klassischer Liveklaviermusik hatten die Künstler*innen die Möglichkeit, sich in Miniaturen darzustellen.
Akrobatische Figuren (John Neumeier ließ grüßen) wurden getanzt, zogen sich aber ein wenig in die Länge durch unnötige Wiederholungen.
Aber da war ja diese wunderbare Bühne von Christiane Hercher.
Sie hatte sich von den Beteiligten kleine Erinnerungen erbeten, Fotos, Zettelchen dda. ...
Daraus hat sie eine Collage gestaltet, die nun der ganz persönliche Hintergrund für jede/n Einzelne/n wurde - das Leben!
Gänsehaut....
Nach der Pause - das Fest!
Klassische Kostüme und klassischer Tanz.
Noch einmal feierte das Ensemble sich selbst.
Fast zehn Minuten Standing Ovations - auch besonders an den scheidenden Ballettdirektor, der große Sympathie im Publikum hatte und schmerzlich vermisst werden wird.

 

Simone Weber-Niemeck


Benefizkonzert für die Ukraine im Moritzhof

Kurzfristig überlegt, fantastisch organisiert und tolle Musiker*innen gewonnen.
Unterschiedlichste Künstler*innen, vereint in dem Gedanken, helfen zu wollen.

Von Rachmaninov, Blues und Elektro, zu Indie und Klezmer - großartig.
Viele bekannte Gesichter, aber auch tatsächlich Neuentdeckungen.... Eigentlich waren wir ziemlich müde an diesem Abend, wie gut, dass wir uns aufgerafft haben!
Leider haben viel zu wenige so gedacht.
Trotzdem ist eine gute Summe zusammengekommen.

 

Simone Weber-Niemeck


Nipplejesus

Als Location den Ort einer Kunstausstellung zu wählen, war natürlich eine tolle Option.
Das Bühne und Licht dann nicht perfekt sein können, damit musste man rechnen. Dass die Beleuchtung allerdings so unsensibel eingesetzt wurde, war schon enttäuschend.
Michael Ruchter hatte nun die schwierige Aufgabe, seinen Monolog zu vermitteln, ohne Unterstützung der klassischen Mittel.
Dass es zu einigen Texthängern kam, war wohl unvermeidbar.
Das ständige Einbeziehen des Publikums war wohl inszenatorisch erwünscht, machte den Abend aber zu einer Comedy Veranstaltung.
Auch das gemeinsame Singen von Kirchenliedern bleibt eine Stolperfalle.
In der Diaspora war es wohl Glück, dass zwei Besucher*innen die Musik des "Großer Gott wir loben dich" kannten und singen konnten.
Die Kritik geht also eindeutig an die Inszenierung. 

Wer Nick Hornby kennt, weiß aber -  bei allem englischen Humor - auch um seine Tiefe.
Die kam leider so gar nicht zum Tragen ...

 

Simone Weber-Niemeck


Premiere Don Giovanni in der Oper Magdeburg

 

Das war mal ein Don Giovanni, dem man den Verführer auch abnimmt.

Martin-Jan Nijhof - viele Jahre bei uns am Haus engagiert, nun an der Semperoper, erfreute uns gesanglich, schauspielerisch und optisch in seiner Rolle.

Johannes Stermann als Komtur gewohnt stimmstark, natürlich wie immer überzeugend Emilie Renard als Donna Elvira.

Eine runde Inszenierung, nur die Bühne passte so gar nicht- unterschiedliche Quader, ein Baukran etc.?

"Reich mir die Hand mein Leben, komm in mein Schloss mit mir...."

Nee danke, da bleib ich lieber in meinen schönen 4 Wänden.

 

Simone


Lesung Wladimir Kaminer

Das war wohl einer der schwersten Abende für den Schriftsteller in seiner Karriere. Gerade hatte Russland die Ukraine überfallen, da sollte er aus dem lustigen russischen Alltag berichten.
Und so war der Einstieg in den Abend völlig anders, als gewohnt.
Das Publikum hatte natürlich auf dieses pazifistische Statement gewartet und so was anschließend auch möglich, sich an den satirischen Texten zu erfreuen...

 

Simone Weber-Niemeck


Schauspielhaus Magdeburg: Der einsame Weg

Sturm in Magdeburg und überall ...
Die Frage, wagt man sich hinaus?
Ja!
Schnitzlers Werk im Schauspielhaus, ein Stück zum Nachdenken über das schon einige Jahre gelebte Leben. 
Die Frage, was will ich oder eher, was will ich nicht!?
Grandiose Schauspielkunst, die ich nicht missen möchte und das Sinnieren über eigene Lebenspläne, Wünsche und Hoffnungen anregt.
Einfach ansehen!
Es wirkt nach, versprochen!
Hanka Liebl

Neue Nationalgalerie Berlin

Der Besuch des renovierten Hauses muss gut geplant werden. Kurzentschlossen geht gar nicht.

Drei Tage im Vorfeld werden die Zeitslots freigeschaltet und dann heißt es,  schnell sein.
Aber was tut man nicht alles!
Ja, es gibt immer wieder aktuelle Sonderausstellungen, die man mit großer Freude betrachten kann.
Aber nichts geht doch über die große Sammlung klassischer Moderne in Bild und Objekt.
Die Stunden verfliegen und man verlässt den Ort schließlich mit einem langanhaltenden Glücksgefühl ...

 

Simone


Berliner Ensemble: Gespenster

Ibsen gehört wohl zu den Klassikern des BE.
Diese düster-tragische Familiengeschichte wurde durch Bühne und Kostüme getragen.
Dunkel gekleidet mäandern die Personen von Raum zu Raum, um immer wieder vor Türen zu stehen oder durch diese zu fliehen.
Kaum ein Licht erhellt die Szene, was das anschauen erschwert, aber die Aussage verstärkt.
Durchgängig solide schauspielerische Leistungen!
Leider wurde unser Eindruck geschmälert, da wir nur im hinteren Bereich Plätze bekommen hatten - in Nachbarschaft des Technikers.
Dieser musste seinen harten Job durch ständiges Essen und Trinken (wahlweise Heißes aus der Thermoskanne oder Wasser aus der Flasche, Brotbüchsen mit Verschluss etc.) lautstark begleiten.
Natürlich haben wir Verständnis, man hört ja immer wieder von verhungerten oder völlig dehydrierten Menschen nach 1,5h im Theater ...


Simone


Puppentheater Magdeburg: Wilde Reise durch die Nacht

Eine Performance ohne Puppen.
Ein Hörspiel mit drei Protagonisten - Musik, Schattenspiel, Geräuschkulisse aus Alltagsmaterialien und Instrumenten.
Beste Voraussetzungen für einen tollen Abend.
Warum der Funke doch nicht so überspringen konnte, bleibt rätselhaft.
Vielleicht lag es daran, dass Lennart Morgenstern etwas zu leise sprach, dafür die Technik im Hintergrund nervend laut, vielleicht weil Florian Kräuter immer ein bisschen zu sehr drüber war, vielleicht auch zu viele Reize in der Dunkelheit und letztendlich einfach wieder einmal zu lang.
Sehr verkopft, ohne wirklich intellektuell zu sein.
Dennoch kräftiger Applaus, vor allem von jungen Menschen, die wohl der Überzogenheit akklamierten.
Die Darstellenden haben einen guten anstrengenden Job gemacht!

 

Simone


Schauspielhaus Magdeburg: Der Hals der Giraffe


Wie setzt man so eine komplexes Buch für die Bühne um?
Indem man sich auf wesentliche Inhalte beschränkt.
Ein absolut gelungener Ansatz.
Susi Wirth monologisierte, schauspielerte und bewies mit ihrer Übung am Reck auch noch ihr sportliches Können (gelernte Physiotherapeutin!)
Tolle Leistung, zu Recht immer ausverkauft.

 

Simone


Opernhaus Magdeburg - Beethoven


Was für eine Freude! Die jahrzehntelange Tradition am Tag der Zerstörung Magdeburgs mit Beethovens Neunter der Hoffnung Ausdruck zu geben, konnte in diesem Jahr, nach pandemiebedingtem Ausfall 2021, wieder fortgeführt werden.
Und wie!
In kleinerer Besetzung und "nur" mit dem Opernchor wurde ein Fest der Freude gefeiert. Unsere Generalmusikdirektorin agierte temperamentvoll am Pult, das Orchester folgte ihr schwungvoll und unser Chor unter seinem wunderbaren Leiter Herrn Wagner schaffte es, die Oper beben zu lassen.
Grandios!

 

Simone



KULF

Drei aktuelle Ausstellungen momentan im Kloster.
..... das ausgesprochen schlechte Begleitmaterial, was jeden Deutsch Unterrichtenden in den Wahnsinn treibt, hilft auch nicht dabei, die
Inspiration Liliane Tomaskos Werke positiver zu werten...


Die Goitzsche Auswahl besteht zum größten Teil aus Lithographien und hier auch nicht unbedingt die besten seiner Arbeiten. Katastrophe ist die Hängung- oft in Gruppen zusammengefügt- eng aneinander und die erklärenden Bezeichnungen irgendwo unten in einer Ecke, ermüdend!

Und lassen früher oder später die Anschauenden aufgeben.


Kunze wird seinem Ruf als Fotokünstler, der dorthin schaut, wo es weh tut, mit diesen alten Aufnahmen absolut gerecht
-- die harte Arbeit in einer Fischfabrik, heute nur noch von ausländischen Arbeitskräften durchgeführt, war zu DDR-Zeiten ein normaler Beruf für die Arbeiterklasse.
Kunze zeigt mit dem Objektiv die erschöpften Körper, die desillusionierten Gesichtsausdrücke junger Menschen in diesem Umfeld und spart auch nicht mit Ironie, siehe aufgespießte Ratte!

Natürlich in Schwarz-Weiß, in diesem Sujet gab es keine Farben.

 

Simone Weber-Niemeck


Museum Magdeburg: Mit Bibel und Spaten -  Prämonstratenser Ausstellung

Europaweit hat Magdeburg mit dieser Ausstellung für Aufmerksamkeit gesorgt.
Durch den geplanten Neubau des ehemaligen Klosters in unserer Stadt, war das Interesse natürlich besonders groß.
Die bereits hier wieder angesiedelten Padres arbeiten in Kirchengemeinden, unterrichten und halten Vorträge.
Chronologisch aufgebaut konnte man die Entwicklung des Ordens verfolgen.
Devotionalien, Gemälde, Literatur- umfassend und interessant wurde kurzweilig informiert.
Schön auch die Grüße von anderen Ordensschwestern und -brüdern aus aller Welt, die mit Fotos und Texten gutes Gelingen wünschten.
Kleiner fun fact - die Möglichkeit per Computer zu testen, ob man für ein Leben im Orden geeignet wäre....
Diese lohnenswerte Ausstellung hat mal wieder dafür gesorgt, dass Magdeburg durchaus auch anderes zu bieten hat, als unangenehme Krawallmacher!

 

Simone Weber-Niemeck
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