Kulturgeraune 2019


Ballett Premiere LA FILLE MAL GARDEE

Ein lustig - leichter Abend, der sich durchaus auch mit Kindern lohnen würde.
Hervorragend vor allem die Musikauswahl, perfekt von der Philharmonie umgesetzt.

Simone


Von Wegen Lisbeth - Factory

Innerhalb kürzester Zeit waren die Karten für dieses Konzert vom Markt.
Und wer sich an einem Abend mitten in der Woche aufmacht, weiß, dass es sich absolut lohnt.
Die schrecklich angezogenen Jungs mit den spektakulären Instrumenten machen aus jedem Konzert eine Party.
Und so war es auch diesmal.
Das Schönste war das Versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen!

Simone


Lange Nacht der Kultur Magdeburg

Unfassbar, was unsere Stadt kann, wenn man sie lässt.
In verschiedenen Stadtteilen gab es unterschiedlichste Kulturinseln mit einem riesigen Angebot.
Die Auswahl fiel schwer.
Und tatsächlich wäre wahrscheinlich jede Entscheidung richtig gewesen.
Diese Nacht war eindeutig eine Empfehlung als Kulturhauptstadt!
Aber wie wurde leider von einem beteiligten Künstler richtig formuliert:
" Für die Börderonnys findet alternativ das Oktoberfest statt."
Die Begegnung ließ sich nicht immer vermeiden am späteren Abend.
Und machte sich bemerkbar durch lautstarkes Agieren auf den Straßen, gewürzt mit Erbrochenem im Gebüsch....
Sorry Gäste.....
Es gibt noch viel zu tun!

 

Simone


Sommerfest der Fördervereine

im Kloster Unser Lieben Frauen

 

Die Konzerthalle war einladend vorbereitet.

Der Neue Kammerchor überraschte  mit einem kleinen Konzert, die Big Band spielte und Peter Wittig führte gewohnt eloquent durch das Programm.

Nach einigen Grußworten kamen die Eingeladenen dann in entspannter Atmosphäre ins Gespräch.

Genau das war auch die Intension dieses Abends!

Begegnung, Synergieeffekte ausloten, lecker Essen und Trinken und Freude.

Gelungen!

 

Simone


 

Museum Barberini  - Wege des Barock

 

Nun gut, wir sind nicht unbedingt Liebhaber dieser Epoche.

Aber selbst mit viel Enthusiasmus zündete diese Ausstellung nicht.

Eher unbekannte Werke, ein an die Decke projiziertes Gemälde mit Liegewiesen im Saal, auf denen die Leute eher schliefen, als sich mit der Kunst zu beschäftigen.

Das Ganze wirkte sehr bemüht.

 

Simone

 


Stadt für eine Nacht - 

Spielzeiteröffnung Theater Potsdam

 

Bereits zum 10. Mal verwandelte sich das Gelände an der Schiffbauergasse zu einer großen Arena.

Neben lukullischen Angeboten aus aller Welt gab es Information, Spiel, Kunst jeglicher Couleur und es wurde getanzt!

Zwei Stücke der Spielzeit wurden vollständig gezeigt: "Frl. Smilas Gespür für Schnee" sowie "Kabale und Liebe".

Im Letzteren begegnet uns Jörg Dathe. Vor langer Zeit an unserem Haus, nach Leipzig nun am Hans Otto-Theater Potsdam - unverändert überzeugend mut seiner Spielweise.

Die beiden jungen Hauptdarsteller hatten es da schwer, mitzuhalten.

Jon-Kaare Koppe, Rene Schwittay - ebenfalls alte Bekannte aus Magdeburger Tagen -  waren in Lesungen zu erleben, sogar noch nachts um 2.30 Uhr!

Ansonsten luden dieser wunderbare Sonnentag und vor allem die warme Nacht einfach zum Feiern ein.

Dafür gab es Konzerte, Hardrock auf dem Theaterschiff und die große Silent - Disco.

 

Simone

Immer wieder schön, diesmal noch ein bisschen schöner- es stimmte einfach ALLES.

 

 


Kultur in den Höfen

Alle zwei Jahre nehmen Schienemann und Co die Mammutaufgabe auf sich, diesen wunderbaren Abend zu gestalten.
Lesungen, Musik, Performance, Kunst - einen herrlichen Sommerabend lang konnte man sehen, dass Westerhüsen direkt an der Elbe ein Kleinod ist.
Die Bewohner der Höfe öffneten ihre Häuser und Gärten, Essen und Trinken im Überfluss.
Nur die HO Galerie- prominenter Anlaufpunkt auf der Hauptstraße - blieb geschlossen.
Auf dem Hof wurden Klopse verkauft, aber keine Kunst gezeigt.
Sehr schade.
Ein stark frequentiertes Fest, auf dessen Wiederholung wir uns 2021 freuen.

 

Simone Weber-Niemeck


Vernissage Schlossküche

Klaus Vogler ist für alles Neue offen.
Diesmal stellte er einem jungen Ingenieur (Carlo Bzdok)  seine Wände zur Verfügung.
Dieser versuchte sich in bunten Acrylportraits verschiedenster Personen.
Im Gegensatz dazu die puristische Schwarzkeramik von Andre von Martens- größer hätten die Kontraste nicht sein können.
Gleichzeitig war es ein schönes Sommerfest im herrlichen Gartenpark mit leckerem Kuchen.
Musikalisch unterstützt vom Duo Querido+Müller an Gitarre und Akkordeon.

 

Simone Weber-Niemeck

 


-- 


50 Jahre Woodstock in der Festung Mark

Zur Erinnerung an das legendäre Festival gab es im -Stübchen- eine Party.
Christian Szibor legte im mit Blumen geschmückten kleinen Tonnengewölbe die Klassiker auf und lies dazu Originalaufnahmen und Ausschnitte aus Filmen über eine große Leinwand laufen.
Viele Besucherinnen waren der Einladung gefolgt und hatten die Hippieklamotten übergeworfen.
Zunächst lagerten die Leute lieber auf den gemütlichen Sesseln oder an der Bar in den Vorräumen.
Aber dann gab es kein Halten mehr.
Es wurde ausgiebig getanzt, mitgesungen und Love and Peace Stimmung verbreitet.
Endlich mal eine Veranstaltung, wo auch Menschen ü 50 richtig schwoofen konnten....
Unbedingt mehr davon!

 

Simone Weber-Niemeck


Sommerfest Kunstgalerie FABRA ARS

 

Die charmante Gastgeberin Tatjana Nindel hatte in das wunderbare Ambiente ihrer Galerie im Hundertwasserhaus eingeladen.
An einem lauen Sommerabend konnte man sich die aktuelle Ausstellung anschauen, für das leibliche Wohl war gesorgt und das Duo An-An-AS sorgte für das nötige Flair.
Wer die Röhre der Sängerin Annette Tetzlaff kennt, kann sich vorstellen, wie die Musik durch den Hof der grünen Zitadelle drang.
So wurden auch zufällige Besucher angelockt, die ebenso die Atmosphäre genossen...
Am 6.9. ist die nächste Vernissage - Robin Zöffzig -. Nicht versäumen!

 

Simone Weber-Niemeck


Puppentheater Struwwelpeter

 

Wer beim Hofspektakel des Puppentheaters versucht einen Sinn im Treiben zu ergründen, ist ja per se auf dem falschen Weg.
Der diesjährige Struwwelpeter spielt nun auch noch im Irrenhaus - also ist alles erlaubt.
Und so knallen Türen und Köpfe, schrille Töne mit Beatboxing und am Anfang spielt Kacke eine sehr große Rolle....
Aber was für eine Spielfreude!
Die Akteure sind ununterbrochen unterwegs und geben wirklich alles.
Von den ursprünglichen Texten Hoffmanns ist nur wenig übriggeblieben.
Fantastisch umgesetzt aber z.B. das Paulinchen, aus Papier gefaltet, verbrennt es tatsächlich zum Häufchen Asche.
Überhaupt die Puppen! Ziemlich runtergerissen, sehen sie aus ,wie aus Putzlappen gefertigt mit irren Augen - großartig anzuschauen und im Spiel die reine Freude.
Der zweite Teil nach der Pause war noch stärker, durch Videokunst und Einsatz der genialen Bühne.
Letztendlich wie immer die schöne Atmosphäre im Hof, diesmal hatte man für den späteren Abend auf jedem Stuhl eine Decke ausgelegt und das Versorgungsangebot war gut und ausgesprochen preiswert und natürlich mit passenden Namen versehen.
Ein Glück für jeden, der Karten ergattern konnte...!

 

Simone


Fete de la musique

An schönen Sommerabenden kann man auch gut feiern.

Die Stadt hat dies erkannt und und diesmal die schon traditionell gewordene Veranstaltung auf einen Freitag gelegt.
So konnte man die Stunden entspannter genießen, ohne dass der Wecker des nächsten Morgens tickte.
Viele unterschiedliche Musikgenres wurden auf den verschiedenen Bühnen vorgestellt, für Klassikliebhaber öffneten sich die Kirchen und somit fand jeder etwas nach seinem Geschmack....
So schön die Abschlussveranstaltung an der Milchkuranstalt!
Französische Klänge, wunderbares Ambiente und fröhliche Menschen-
diese Leichtigkeit geht also auch in Magdeburg.

 

Simone


Die schöne Magelone - Lesung mit Jürgen Zartmann im Rahmen der Domfestspiele

 

Was die Domgemeinde seit einigen Jahren auf die Beine stellt, ist bewundernswert. Mit Unterstützung vieler Sponsoren gibt es ein tolles Programm mit vielen bekannten Solist*innen.
Am Donnerstag stand mit Johannes Brahms »Die schöne Magelone« einer der schönsten Liederzyklen der Romantik auf dem Programm. Als Besonderheit dieses Zyklus gelten die von einem Sprecher vorgetragenen Zwischentexte, die die 15 Lieder miteinander verbinden.
Alles in allem eine sehr anspruchsvolle Aufgabe!
Und für die drei betagten Herren wohl etwas zu ambitioniert.
Wolfgang Bauer-Schmidt am Steinway Flügel wurde den Anforderungen noch am ehesten gerecht. Beim Bariton Andreas Sommerfeld
schien die Luft bei den höheren Partien doch dünn. Das dunkelrot verfärbte Gesicht wirkte dabei schon etwas beängstigend.
Jürgen Zartmann als Sprecher war wohl den meisten Anwesenden am besten bekannt. Aber er war es auch, dem man die Überforderung leider am deutlichsten anmerkte.
Das ständige hektische Blättern im Text, verlierende Zeilen,
die gleichförmige Intonation und die vielen Versprecher wirkten unfreiwillig komisch ....
"Pfeter stieg auf's Perd"
Zwei sich sehr lang hinziehende Stunden!
Abschließendes Resümee: Jedes(r) hat seine Zeit!

 

Simone Weber-Niemeck


KULF - Vernissage Martin Assig

Zum Internationalen Museumstag hatte das Kloster ein buntes Programm im Angebot. Besonders erfreulich war, dass die Wiesen um die Gebäude herum mit einbezogen wurden und stark frequentiert von jungen Leuten waren, die dort bei bestem Wetter lagerten.
Ein Höhepunkt sollte ganz sicher die Vernissage zur Ausstellung von Martin Assig sein.
War das von Assig gestaltete Bodenmosaik in der Telemann Konzerthalle noch anschauenswert - vor allem weil junge Leute im Rahmenprogramm auf ihm Hip Hop tanzten - war die Ernüchterung beim Beschauen der Bilder doch riesig.
Das infantile Sujet, war weder gut umgesetzt noch von der Idee her neu.
Das Publikum reagierte überwiegend ratlos, enttäuscht oder schlicht wütend.
Denn es ist schon ganz schön dreist, mehrere Räume mit dieser Redundanz zu füllen....
Ein anwesender Künstler bemerkte sehr passend:
"Das einzig Große an den Bildern ist, dass sie groß sind - schiere Masse!"
Bitte unbedingt rechts die Fotos betrachten und mit Schülerarbeiten einer neunten(!) Klasse vergleichen!

 

Simone


Galerie Himmelreich - Vortrag zum 500.Todestages Leonardo da Vincis von I.Poetzsch

Wenn ich zurückdenke, wer mein kulturelles Interesse geweckt und gefördert hat, fällt mir, neben meinen Eltern natürlich ,ein Name ein - Inge Poetzsch.
Meine verehrte Lehrerin verstand es, nicht nur uns zu begeistern, sondern mit ihren Ideen und ihrem Engagement Kunst und Kultur vorzuleben,

immer geprägt vom Gedanken der Weltoffenheit, Toleranz und Menschlichkeit!
Und auch mit über 80 Jahren ist die Grande Dame noch nicht müde.
So gestaltete sie in der Galerie Himmelreich einen kurzweiligen Abend über das Universalgenie Leonardo da Vincis anlässlich seines 500. Todestages.
Neben Informationen zu seinem vielfältigen Schaffen, interessanten Aspekten aus seinem bewegten Leben ,wurde aber auch Kurioses, wie die Entwicklung der Rezepturen für Stinkbomben, geboten.
Und es wäre nicht Frau Poetzsch, wenn sie nicht noch mit ihrer ganz besonders ausdrucksvollen Stimme eine Fabel rezitiert hätte.
Ein wunderbarer Abend!

 

Simone Weber-Niemeck


Porto

Eine tolle Stadt. Prächtige Brücken (die größte von Eiffel entworfen), das mittelalterliche Viertel Ribeira (Flussufer) mit schmalen, kopfsteingepflasterten Straßen - UNESCO Weltkulturerbe.
Und am gegenüberliegenden Flussufer liegen die vielen Portweinschenken.
Kirchen, Paläste, Theater, Museen, nette kleine Kneipen und Cafés mit leckerem Essen.
Wunderbar die Azulejos an den Häuserwänden.
Und überall fühlt man sich wie in Hogwards.
Die Uniformen der Studenten, das Café Majestic und natürlich die Lello!
Livraria Lello
Die Buchhandlung, die die Inspiration für die Harry Potter Bücher gab, muss man gesehen haben.

Sofort taucht man in diesem herrlichen Gebäude ganz tief in seine eigene Fantasiewelt ein und möchte am liebsten nicht wieder gehen ...
Casa da Música
Ein Beispiel bester zeitgenössischer Architektur, ist dieses Gebäude. An der Akustik arbeitete Yasuhisa Toyota - der diese auch für die Elphi
plante.
Wir besuchten ein Konzert mit Stücken von Ligeti.
Das war tatsächlich Hardcore!
Ein fantastischer Klang, ein super Orchester und ausgezeichnete Solisten können aus Zwölftonmusik leider doch kein genussvolles Hörerlebnis machen ...
Teatro Nacional São João
Moderner Tanz im alten Saal.
Auch hier teilweise kakophonische Musik, aber Tänzer*innen die bis zur Schmerzgrenze alles geben, so dass der visuelle Aspekt den akustischen überlagert.
60 Minuten körperliche Höchstleistung, teilweise brutal, dann wieder zart und fast fragil.
Stehende Ovationen für eine atemberaubende Stunde!

 

Porto unbedingt besuchen!

 

Simone Weber-Niemeck

 

 


Club der Toten Dichter - Fontane Programm

Reinhardt Repke hat es wieder getan....
Im 200. Geburtsjahr Fontanes hat er sich seiner angenommen und bekannte und unbekannte Gedichte vertont.
Von der alten Mannschaft steht ihm nur noch Markus Runzheimer zur Seite. Wie schon beim Rilke Programm konnte Katharina Frank wieder als Musikerin gewonnen werden.

Man ist schon sehr an das vorherige gemeinsame Projekt erinnert, aber ich mag ihre Stimme und die Art der Darstellung und so ging es wohl vielen!
Ein absoluter Gewinn war Katrin Pfeiffer am Akkordeon.
Was so ein Instrument alles kann, bewies sie eindrücklich.
Ach ja, die romantischen Texte , einige noch aus dem Deutschunterricht präsent, in liebevollen Arrangements vorgetragen - im ehrwürdigen Ambiente der Oper - das macht schon etwas mit einem....
Stehende Ovationen, nicht enden wollende Da Capo Rufe, anschließend noch die Möglichkeit mit den Künstler*innen zu sprechen und sich die CDs signieren zu lassen.
So schön kann ein Sonntagabend sein!

 

Simone


Premiere Ballett Dracula im Opernhaus


»Denn die Toten reiten schnell.« BRAM STOKER
Was für ein Abend!
Die Philharmonie mit großer Spielfreude die perfekt passenden Musikstücke spielend, eine tolle Bühne, fantasievolle Kostüme und Tänzerinnen und Tänzer die akrobatische Höchstleistungen vorführten.
Allen voran Mihael Belilov als Gast, der den Dracula mit allen Facetten darstellte.
Unfassbar die Beweglichkeit und Sprungkraft!
Auch die anderen Solistinnen und Solisten waren hervorragend.
Die Company hatte diesmal nicht so viele Einsatzmöglichkeiten und ließ es wie immer, an Synchronität fehlen.
Die Frage ist, ob das vielleicht gewollt ist, gerade bei so modernen Inszenierungen.
Eines der Highlights war der Tanz der drei Vampirinnen.
Da lief einem tatsächlich die Gänsehaut über den Rücken.
Die Bühne war toll, leider verschwanden die teilweise schwarz gekleideten Tänzer vor dem dunklen Hintergrund.
Stehende Ovationen - völlig verdient!

 

Simone


Erste Liebe - Schauspielhaus

 

Die beiden Publikumslieblinge und Förderpreisträger unseres Hauses,  Carmen Steinert und Ralph Opferkuch, machen ein gemeinsames Liederprogramm - da sind die Erwartungen natürlich groß....
Das Klavierspiel und der Gesang waren dann auch gewohnt gut.
Aber der Funke wollte nicht überspringen!
Erste Liebe ist natürlich für jeden etwas anderes und die Erinnerungen sind - wenn auch unterschiedlich, dennoch immer groß!
Hier aber plätscherte das Ganze eher banal daher , die Musik erinnerte ein wenig an Musicalaufführungen und als dann noch als dramatisches Element der Krebstod der Mutter dazu kam, waren wir raus....
Sicher, wie jederzeit, eine subjektive Einschätzung.

Im Publikum gab es durchaus freundliche Reaktionen.

 

Simone Weber-Niemeck

-- 


Puppentheaterfeier für Stuhlpaten  - Moritzhof

Die Bestuhlung unseres Puppentheaters musste erneuert werden und in weniger als vier Monaten haben sich dafür Paten gefunden.
Der aktive Förderverein hatte mit großem Engagement dafür geworben und viele fühlten sich angesprochen.
Als Dankeschön gab es eine liebevoll gestaltete Feier für die Paten - mit den üblichen Reden, aber auch Einlagen der Puppenspieler, Musik von Scholz & Riedel, Tanz von der Ballettschule Semenchukov und Lars Johannsen führte gewohnt eloquent durch das Programm.
Der Höhepunkt waren sicher die 137 Miniholzstühlchen, die von unterschiedlichen Anhängern des Puppenspiels gestaltet wurden.
Alle mit sehr viel Liebe!
Besonders die Auszubildenden der Fachrichtung Gestaltung der Oskar-Kämmerer-Schule steuerten nicht nur viele Objekte bei, sondern waren besonders fantasiereich in Idee und Umsetzung. Hochachtung, was da schon während der Ausbildung geschaffen wurde....

Nach dem offiziellen Teil konnte man noch im Hofgarten ein Gläschen trinken und miteinander reden.
Es war ganz wunderbar zu sehen, wie sehr sich die Magdeburger mit ihrem Puppentheater identifizieren.
Ein großer Dank für diesen wunderbaren Abend gebührt vor allem dem Förderverein, allen voran Martina Mangels, der über so viele Jahre hinweg mit dafür gesorgt hat, dass das Puppentheater in Magdeburg so eine Relevanz besitzt.

 

Simone Weber-Niemeck


Moritzburg - die Stille im Lärm der Zeit - Sammlung Ziegler

Diesmal also die klassische Moderne in den beiden oberen Ausstellungsräumen. Das Sujet ging von Kinderbildern, Natur, Mensch und Landschaft bis zum Bildkreis der Tiere.
Es sind immer nur zwei Räume, in denen die Moritzburg ihre Sonderausstellungen hängt.
Aber was für Schätze auf kleinem Raum!
Die Blumenbilder Noldes, Marcs Tierdarstellungen, Jawlenskys bunte Landschaften und den Roten Turm Feiningers..... um nur einige zu nennen.

Es lohnt sich!

 

Simone


Fräulein Julie nach Strindberg

Schaubühne Berlin

Zunächst steht man einmal bewundernd auf der Straße und staunt über die Vollkommenheit des Mendelsohnschen Gebäudes, das da aus den Geschäftsbauten ringsum mit seiner Bauhausschönheit heraussticht!
Die Schaubühne gilt als eines der Häuser, die die besten deutschsprachigen Schauspieler*innen im Ensemble führt.
Die Inszenierung von Fräulein Julie aber lässt mich ein wenig ratlos zurück.
Ich erwartete einen Theaterabend, erlebte aber letztendlich eine Kinovorführung.
Die Herangehensweise, das Geschehen über die Hausangestellte Kristin zu beleuchten und dabei der Julie nur marginal Aufmerksamkeit zu schenken, war ein genialer Zug.
Die Hauptakteure der Aufführung sind allerdings Kameramänner!
Begleitet von Livemusik am Cello mäandern die Techniker ruhelos durch den Bühnenbereich.
Die eigentliche Bühne ist kaum einsehbar , alles wird auf einer großen Leinwand übertragen.
Mit englischen und französischen Untertiteln kann man dann auch den oft undeutlichen, beziehungsweise leise gesprochenen Text, nachvollziehen.
Unterstützt wird das Geschehen mit zwei Personen am rechten Bühnenrand -  platziert an großen Tischen, die mit verschiedensten Mitteln die Geräuschkulisse schaffen.
Bewundernswert, wie exakt dieses passiert....
Die Videoaufnahmen in Echtzeit haben ihren Reiz.
Zum Beispiel, wenn Kristin ihrem Geliebten eine Niere zubereitet und jeder Handgriff bildnerisch komponiert in Großaufnahme beeindruckt.
Trotz der schauspielerisches überzeugenden Leistungen, vor allem von Juli Böwe, fehlt doch das direktes Spiel, was einen Theaterabend so besonders macht.

So waren auch die Meinungen des Publikum sehr ambivalent.

 

Simone Weber-Niemeck


Israel Opera - Verdis Maskenball

Zunächst das Gute - der riesige moderne Bau war an einem Dienstagabend komplett ausverkauft.
Allerdings hätten vielleicht zwei Drittel der Leute lieber zu Hause bleiben sollen ...
Ja, es ist Grippezeit und ja, den Husten zurückzuhalten, ist nicht so einfach.
Aber was dort abging, war absolut unbeschreiblich.
Zunächst gibt es keine Garderobe, so dass die Leute die Wintermäntel mit auf ihren Platz nehmen müssen.
Entsprechend eng wird es dort und natürlich rutschen immer Kleidungsstücke zu Boden...
Das gibt natürlich gleich wieder Gesprächsstoff, der ausgetauscht werden muss, auch wenn auf der Bühne gerade gefühlvolle Arien dargeboten werden.
Unter den Jacken trägt man Wohlfühlklamotten- Hauptsache bequem!
Selbstverständlich klingelt ab und an ein Telefon, natürlich braucht man eine Weile, bis es gefunden wird und dann wird darüber diskutiert.
Versucht man in anderen Häusern seine Erkältung so geräuschlos wie möglich zu beherrschen , wird es hier zelebriert.
Schnaubend, prustend, bellend, schniefend, ausspuckend und würgend -  der Lärmpegel ist so hoch , dass man kaum die Sänger*innen hört, obwohl, oder gerade wegen der tollen Akustik...
Die Dame hinter uns hatte sich einen knisternden Beutel zwischen die Knie geklemmt, in den sie- laut raschelnd - die jeweiligen benutzten Papiertaschentücher versenkte, natürlich nicht, ohne dabei laut zu stöhnen.
Der Herr vor uns entledigte sich seines Schuhwerks, was eine pikante olfaktorischer Komponente hineinbrachte.
Die wunderbare Arie der Amelia , als sie noch einmal darum bittet, sich von ihrem Sohn verabschieden zu können, sang dann meine Nachbarin!
Und nein, sie konnte es nicht, dafür war sie aber besonders laut.
Die Inszenierung war postmodern, also auch nicht so nach unserem Geschmack.
Stimmlich ragten Ulrica und Oscar heraus, mag sein, dass die anderen ebenso gut waren, leider konnte man bei dieser Geräuschkulisse das nicht einschätzen.
Ein grausamer Abend!

 

Simone


Tel Aviv

Was für eine entspannte Großstadt.
Trotz Verkehrsdichte,enger Bebauung und hoher Einwohnerdichte, sind die Menschen relaxt unterwegs. Vielleicht liegt es auch daran, das Gras legalisiert ist und der Geruch überall durch die Luft wabert....
Untergebracht in Rena's House, einem Art Hostel mit vielen hippen jungen Leuten, konnte man alles prima zu Fuß erreichen.
Unten im Haus gab es eine nette Kneipe , in der man zu jeder Tages- und Nachtzeit essen und trinken konnte und immer Leute an einem Gespräch interessiert waren.
Außerdem gab es mehrere Räume, wo man selbst künstlerisch tätig werden konnte, wenn man Lust darauf hatte. 
Das Straßenbild ist geprägt von Elektrofahrrädern und Rollern. Diese stehen auch überall bereit, um sie für ein paar Stunden zu mieten.
Das ist allerdings keine entspannten Sache, sondern die Gefährte sind mit einer irren Geschwindigkeit unterwegs.
Ein Helm als Mindestausstattung ist unbedingt empfehlenswert.

Wir waren ja wegen des Bauhausjubiläums dort und wurde nicht enttäuscht. So viele zusammenhängende Gebäudekomplexe, hatten wir vorher noch nirgendwo gesehen. Teilweise gut saniert, teilweise kurz vor dem Zusammenfallen, merkt man doch, das wieder Interesse an der Erhaltung besteht. Das Bauhaus Center informierte in erster Linie mit Videos und Merchandising.
Unbedingt zu erwähnen ist das Museum of Art! 

Neben israelischen Künstlern gibt es eine riesige Sammlung von klassischen Werken, wie man sie ansonsten vergleichbar nur im Modern Art in New York sehen kann.
Futuristische Gebäude bilden einen Kunst und Kulturkomplex, in denen noch Galerien und die Oper untergebracht sind. Wirklich großartig!
Nicht zu vergessen sind natürlich die bunten Märkte, die Blumenvielfalt und auch die Streetart. Wenn die Läden geschlossen sind, kann man auf den heruntergelassenen Rollläden viele kleine Kunstwerke bewundern....
Die Altstadt von Jaffa ist ebenfalls zu Fuß zu erreichen und dort kann man eintauchen in eine ganz andere Welt.
Und natürlich das Meer!

In Jaffa mit einem alten Hafen und steinigem Strand, zieht sich an der gesamten Westseite Tel Avivs die Strandpromenade entlang, von der unterschiedliche Meeresabschnitte für alle Interessen erreichbar sind. Bestens gepflegt mit Cafés und Restaurants bestückt.

Wer mag kann liegen und Schirme mieten, ansonsten bieten auch kleine Strandhütten Schatten.
Nicht zu vergessen das leckere Essen.
Vegetarier und Veganer müssen Tel Aviv deswegen lieben!
Für Karnivoren ist es nicht ganz so einfach , aber natürlich gibt es dafür die üblichen Fastfood Ketten.
Mir haben die typischen einheimischen Gerichte fantastisch geschmeckt.
Allein Humus in allen Variationen war köstlich.
Uns Shakshuka gab es schon zum Frühstück....
Wer Kunst und Kultur schätzt, sollte unbedingt nach Tel Aviv!

 

Simone


24. Preisverleihung des Fördervereins des Theater Magdeburg an junge Künstler*innen


In diesem Jahr an einem Samstagabend im Opernhaus verortet, konnten die Preisträger*innen würdig gefeiert werden.
In der Sparte Musiktheater erhielt Raffaela Lintl die Auszeichnung.
Hochgelobt, auch über die Grenzen unseres Theaters hinaus,
freute sich die sympathische Sopranistin und gab eine Kostprobe ihres Könnens.
Carmen Steinert, die aus Linz stammende Schauspielerin, die ihr erstes Engagement in unserem Haus hat, erfreute das Publikum mit einer selbstgeschriebenen Oscar-Rede.
Barfuss durch den Zuschauerraum hangelnd ,sich mit Wasser überschüttend etc. zeigte sie in dieser kurzen Szene ihr facettenreichen Begabungen.
Große Begeisterung! 
Beim Ballett wurde die junge Tänzerin Narissa Course ausgewählt.
Hier gab es ambivalente Töne.
Vom Publikum gefeiert - von der Company kein Applaus!
Ganz anderes bei dem Freundespreisträger, der in diesem Jahr auch aus dem Ballett kam.
Andreas Loos hat mit seiner herzlichen Art alle berührt.
Seine echte Freude, zum ersten Mal einen Preis zu gewinnen mit fast 40 Jahren, lies die Worte nur so aus ihm heraussprudeln.
Und das fast vollständig anwesende Ballettensemble feierte ihn gemeinsam mit dem Publikum.
Saft und Sekt zum Abschluss im Rossini rundeten den Abend ab.

 

Simone


Jan Böhmermann und das Rundfunk Tanzorchester Ehrenfeld -

Haus Auensee Leipzig

Eigentlich müsste die Reihenfolge andersherum sein.
Denn in erster Linie agierte tatsächlich das Orchester in einer hervorragenden Qualität.
Jan Böhmermann hielt sich eher im Hintergrund, brachte ein paar seiner bekanntesten Songs auf die Bühne und moderierte.
Natürlich waren auch der Beefträger und Giulia Becker mit von der Partie.
Aber am allerschönsten war das Publikum!
Eher jung als alt, aber ringsherum wache kluge Gesichter.
Und so klappte auch die Interaktion fantastisch.
Manchmal genügte ein Wort.
Es war ein riesengroßes, tolles Fest.
Zum Abschluss hatte der Entertainer 90! Sänger*Innen der Musikhochschule Weimar eingeladen, die die "neue deutsche Hymne" sangen.
Es war großartig und die Leute waren von der Stimmung selber so überrascht, dass sie die Bühne gar nicht wieder verlassen wollten.....

 

Simone Weber-Niemeck


Dommuseum Ottonianium


Lange haben wir auf dieses Haus gewartet! Auf dem Weg zur Bewerbung als Kulturhauptstadt ein wichtiger Meilenstein.
Die alte Staatsbank -ein tolles Gebäude mit einer super zentralen Lage und direkt am Dom.
Eigentlich ideal für Tourist*Innen.
Allerdings war wohl nicht wirklich viel Material vorhanden, um eine umfassende Ausstellung zu gestalten.
Und so reiht sich eine infantile Computeranimation an die andere, bekommen wir Geschichtchen erzählt und erfahren etwas über das Getier, was man in Leichentüchern finden kann....
Selbst mit viel Muße, ist man nach 30 Minuten spätestens durch und hatte nicht unbedingt einen Erkenntnisgewinn.
Auffällig das ausgesprochen freundliche Personal, was nicht nur Einlass, sondern auch Cafeteria betreibt.

Und der absolute Höhepunkt ist der Gang zur Toilette.
Da kann man nämlich die dicke Tresortür der ehemaligen Staatsbank bewundern....

Simone Weber-Niemeck


Clockwork Orange Schauspielhaus


Nach einigen Anläufen und immer ausverkauften Vorstellungen nun endlich geschafft.
Hochachtung vor der Leistung der Schauspieler*Innen.
Singend, laufend, Klavier spielend, durchs Publikum schlängelnd, am Gerüst kletternd, an der Decke entlang hangelnd- ein 90-minütiges Workout vom Feinsten!
Allen voran Carmen Steinert, die mit der Darstellung des Alex noch einmal nachdrücklich bewies, wie sehr sie den Förderpreis Schauspiel in diesem Jahr verdient hat.
Der russische Slang hat sich mir zunächst nicht erschlossen.
Für uns noch nachvollziehbar, konnten die Jugendlichen mit malako u.ä. nichts anfangen.

Mein Sohn Jonathan hat mich jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass Burgess in der Buchvorlage diese spezielle "Sprache-Nadsat" entwickelt hat.

Warum sich diese so sehr am Russischen orientiert ist nicht geklärt.

Auch das vom Original abweichende Schlussgeschehen verwirrt.

Nichtsdestotrotz, ein Besuch lohnt sich!

 

Simone Weber-Niemeck


Jonas Kaufmann Elbphilarmonie 12.1.19

 

Lange davon geträumt und dann innerhalb von drei Tagen wahr gemacht!

Durch Zufall entdeckte ich eine Karte für Jonas Kaufmann bei ebay kleinanzeigen. Sogar zum Originalpreis- ansonsten kann man gern auch mal das Sechsfache hinblättern und dann noch in der Elbphilharmonie.
2 Wünsche mit einem Mal erfüllen können!
Zunächst das Schöne.
Das Haus ist wunderbar, schon bei der Anfahrt mit der Bahn sieht man das majestätische "Schiff" im Wasser liegen und dann reiht man sich mit den festlich gestimmten Menschen auf der Brücke zum Eingang ein.
Alles ist sehr puristisch gestaltet und der Ausblick von der Plaza über das Wasser und die beleuchtete Stadt ist spektakulär.
Und dann die Akustik im großen Saal. Es ist definitiv alles zu hören....
Selbst das Klicken des Verschlusses an der Handtasche dringt durch den gesamten Saal.
Das bekannte Sinfonieorchester Basel unter Jochen Rieder hallte nur so durch den Saal und man hatte schon anfänglich etwas das Gefühl, akustisch erschlagen zu werden. Bei aller Spielfreude, hätte Rieder bei diesem Saal etwas auf die Bremse treten müssen.
Und dann kam der Maestro.
Er hatte sich die schwierigen Lieder Mahlers herausgesucht, die nicht nur insgesamt sehr anspruchsvoll sind, sondern auch teilweise für Bariton vorgesehen sind.....
Trotz guter Plätze war deutlich zu spüren, dass das Orchester den Sänger mit seiner Stärke erschlug...
Scheinbar war auf den Plätzen hinter den Musizierenden noch weniger zu verstehen.
Was dann geschah, hatte ich bisher nur in der italienischen Oper erlebt und dann war es kurz und heftig und danach auch schnell wieder gut.
Nicht nur, dass die Leute lautstark nach unten grölten, dass sie nichts verstehen würden, verließen sie auch während des Gesangs ihre Plätze , um sich neue zu suchen, bzw., das Haus ganz zu verlassen .

Natürlich alles unter lautstarkem  Protest.
Bei dieser Akustik wie Donnerhall!
Das klassische Konzertpublikum war entsetzt und stöhnte.
Der Maestro reagierte alles andere als souverän, schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen und schüttelte den Kopf.
Aber was will man auch erwarten?

Den Leuten wird im Bundestag und anderswo vorgelebt , dass man sich überall unflätig äußern kann, Stil, Toleranz und Empathie sind obsolet.

Und wenn dann etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe, dann gibt es eben auch keinerlei Frustrationstoleranz, das muss raus und zwar sofort!
5 Mal trat Kaufmann wegen des Applauses zum Schluss auf die Bühne, ein Da capo gab es nicht....

 

Simone Weber-Niemeck